UWG/Freie Wähler sucht in Dormagen politisch interessierte Bürger/innen

UWG/Freie Wähler sucht in Dormagen politisch interessierte Bürger/innen

UWG will auch in Dormagen in den Rat

Daniela Glasmacher (Meerbusch) und Carsten Thiel (Neuss) sind langjährige und erfahrene UWG-Politiker. Sie möchten gerne eine Gründung in Dormagen unterstützen.

Foto: K. Schumilas

Kreisweit gibt es die Wählergemeinschaft bislang nur in Dormagen nicht – das möchten Kreisspitzen der UWG ändern, sie wollen eine Gründung initiieren. Ziel sind Ratsmandate in der nächsten Wahlperiode.

VON KLAUS D. SCHUMILAS

DORMAGEN | Carsten Thiel möchte den weißen Flecken auf der politischen Karte des Rhein-Kreises Neuss beseitigen: In allen Städten und Gemeinden ist die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) vertreten, „nur nicht in Dormagen. Weil es die UWG dort nicht gibt, aber das möchten wir gerne ändern“, sagt der Vorsitzender der Kreis-UWG. Das Ziel ist klar: mit einer neu zu gründenden UWG bei der Kommunalwahl am 13. September antreten und in den neuen Stadtrat einziehen.

Ein ehrgeiziges Unterfangen, dessen Umsetzung zum Kraftakt wird. Aus verschiedenen Gründen. Erstens: Die Zeit drängt. Es bleibt nicht allzu viel Zeit, um eine neue Wählergemeinschaft zu initiieren. Zweitens: Es muss kräftig die Werbetrommel geschlagen werden, „aber die Situation mit dem Coronavirus spielt uns jetzt natürlich nicht in die Karten“, sagt Daniela Glasmacher, Fraktionsvorsitzende der UWG in Meerbusch. „Denn viele Menschen scheuen aktuell den Kontakt zu anderen, so dass auch Infostände in der Innenstadt wahrscheinlich keine so gute Idee sind, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen.“ Drittens: Dormagen ist für den Vorstand der UWG ein fremdes Terrain. „Wir haben dorthin erstaunlicherweise kaum Kontakte, ein gut funktionierendes Netzwerk existiert leider nicht“, gibt Theil offen zu.

Dabei hat Dormagen durchaus eine UWG-Vergangenheit. Bei der Kommunalwahl 2004 holte die UWG immerhin 2,4 Prozent und zog damit mit einem Mitglied in den Rat ein. Fünf Jahre später sah es noch besser aus: Unter den Namen „Bürger für Dormagen“ (BfD) sammelte die Wählergemeinschaft beachtliche 6,5 Prozent der Stimmen und damit drei Ratsmandate ein. Kurz vorher hatten sich UWG und BfD entschlossen, unter einem Dach zusammenzuarbeiten. „Es besteht in Dormagen Bedarf für eine starke unabhängige Wählergemeinschaft“, sagte der damalige UWG-Chef Horst Löchelt. Dessen Kollege von der BfD, der charismatische, ehemalige Tierarzt Dietrich Krueger meinte: „Es kehren sich immer mehr Wähler von den etablierten Parteien ab. Wir wir wollen eine starke Kraft für diese Menschen bilden, damit sie nicht Rechts- oder Linksaußen wählen.“

Aussagen, die für UWG-Chef Carsten Thiel auch elf Jahre später noch richtig sind. Die UWG bezeichnet er als eine (Wähler)Gemeinschaft von „Bürgern für Bürger“. Daniela Glasmacher präzisiert: „Wir wollen konkret vor Ort etwas bewegen und sind dabei frei von Zwängen und Einfluss von außen. Die UWG versteht sich als Anwalt der Bürger“. Dass der Kreistag die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum beschlossen hat, „ist letztlich der UWG zu verdanken“, sagt Thiel. Die Schaffung von dauerhaften Kurzzeitpflegeplätzen in Seniorenheimen oder die Lösung bei der Hebammen-Versorgung sind nur einige von konkreten Themen und Problem, die die UWG auf Kreisebene angeht.

Jetzt also Dormagen. Was fehlt, formuliert Carsten Thiel so: „Wir brauchen einen Frontmann oder eine Frontfrau vor Ort, die eine Gründung anschiebt. Klar ist, dass wir unterstützen und bei formalen, bürokratischen Dingen helfen.“  Menschen, die sich in Dormagen wo auch immer engagieren, ihr Umfeld verbessern wollen und sich für Politik interessieren, sind aufgerufen mitzumachen. „Ohne langen Anlauf ist es möglich, in Ausschüssen oder im Stadtrat mitzumachen und etwas zu bewegen.“ Klar ist auch, wer nicht angesprochen ist: „Keine Radikalen, weder links noch rechts. Wir stehen politisch in der Mitte.“ Thiel und Glasmacher denken bei potenziellen UWG-Mitgliedern an die Initiativen, die es in Dormagen gibt und die sich in unterschiedlichen Bereichen engagieren, ob Stadtplanung oder Naturschutz.  Da können sich sie gut eine politische Bündelung in einer Wählergemeinschaft vorstellen.

Info

UWG will Treffen für Interessierte initiieren

Ziel Gründung einer UWG in Dormagen

Wie Interessenten sollen sich bei einem unverbindlichen Treffen kennenlernen, das von UWG-Vertretern begleitet wird, die über Wissenswertes rund um die UWG informieren.

Kontakt Wer sich für die Gründung einer Unabhängigen Wählergemeinschaft interessiert, wendet sich an Carsten Thiel (0176 700 83142) oder Daniela Glasmacher (0160 53 66007).

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